Design-Manifest: Kwiggel

Im Rahmen des Code For Culture Game-Jams begann am 10. Juni 2017 das Projekt “Kwiggel” und kommt nun zu einem Abschluss. Dieses Manifest geht auf unsere Zielsetzungen und Designentscheidungen beim Entwickeln des Spiels für das ZKM - Zentrum für Kunst und Medien in Karlsruhe ein.

 

ZKM - ein Ort der Veränderung

 Das ZKM in Karlsruhe ist in einem schnellen, stetigen Wandel. Die Ausstellungen überdauern meist nur wenige Monate - der regelmäßige Besuch lohnt sich.Doch unser Spiel sollte nicht zu einer spezifischen Ausstellung gehören, folgende Prämisse ergab sich für das Spiel: Das Spiel soll ausstellungsübergreifend funktionieren. Eine sehr interessante Prämisse, da wir nach gemeinsamen Nennern in allen Ausstellungen suchen mussten, um ein allgemeingültiges Spielprinzip zu entwickeln.

 

ZKM - hier hängen nicht nur Gemälde an den Wänden

 Die Ausstellungsstücke des ZKM bedienen sich an allen nur erdenklichen Medien. Natürlich gibt es Gemälde, jedoch finden sich auch Videospiele, riesige Beamer-Leinwände, von der Decke hängende Bäume oder monumentale Stahlskulpturen in den Hallen des ZKM. Dazu sind Künstler meist etwas Schleierhaft, wenn es um ihre Kunst geht. Doch mit Sicherheit wollen sie, dass sie wahrgenommen wird. Aufgrund der Divergenz der Ausstellungsstücke und deren Sinn, wahrgenommen zu werden, haben wir uns für folgende Prämisse in unserem Designprozess entschieden: Das Spiel soll das Wahrnehmen von Kunst unterstützen. Dazu nutzen wir kreative Herausforderungen, für dessen Lösung die Spieler die Kunstwerke aus anderen Perspektiven wahrnehmen müssen. Außerdem werden die Spieler gelegentlich mit Übungen konfrontiert, die die Wahrnehmung verändern, wie z.B. einer Meditation.

 

ZKM - etwas anders als die U-Bahn

Keine Gesellschaftskritik, einfach eine subjektive Feststellung: Viele Passagiere in der U-Bahn starren ununterbrochen auf ihr Handy. Oft spielen sie Spiele und das ist auch gut. Jedoch nicht für unser Spiel, schließlich wollen wir, dass sie die Kunstwerke wahrnehmen: Das Spiel soll die Spieler begleiten und nicht aktiv gespielt werden. Das hat Folgen für die technische Umsetzung als auch den Spielfluss. Damit das Spiel die Spieler begleiten kann ist ein mobiles Gerät nötig. Wir haben uns für ein Tablet entschieden, da das ZKM Tablets für seine Besucher zur Verfügung stellen kann. Das lästige Herunterladen einer App fällt somit weg. Der Spielfluss wird durch die hackende Katze “Kwiggel” vorgegeben, diese braucht in regelmäßigen Abstand (ca. 5 min) Hilfe von den Spielern. Für das Helfen von Kwiggel werden die Spieler mit Fortschritt im Hacking-Prozess belohnt. Dazwischen haben die Spieler Zeit, um sich die Ausstellung anzusehen.

 

ZKM - ein sozialer Ort

Das ZKM stellt die Kunst nicht nur aus, sondern fördert auch den sozialen Umgang seiner Gäste. Kunst soll gemeinsam erlebt werden. Wir haben diesen Aspekt aufgegriffen und uns folgende Prämisse zur Spielerzahl gesetzt: Das Spiel soll in kleinen Gruppen gespielt werden.

Deshalb sind die Herausforderungen so ausgelegt, dass diese nur in Gruppen gelöst werden können. Außerdem wollten wir keinen Wettkampf innerhalb der Gruppe erzeugen, sondern die Gruppe kooperativ spielen lassen. Das stellte ein Problem für die Belohnung der Spieler dar: Das Spiel kann die Lösungen der Spieler nicht objektiv bewerten, da diese zu abstrakt und verschieden sind. Es wäre also die Bewertung durch andere Menschen nötig, was automatisch einen Wettkampf impliziert. Wir haben uns dazu entschieden die Spieler immer zu belohnen, egal was für eine Lösung sie finden. Zwar hoffen wir dadurch auf den guten Willen der Spieler, das Spiel tatsächlich zu spielen, jedoch halten wir dies für den besten Kompromiss in Anbetracht des Umfelds, in welchem das Spiel gespielt wird.

 

ZKM - Besucher

Die demografische Verteilung der Besucher des ZKM ist breit gefächert, jedoch sind oft Familien, Schulklassen und Studentengruppen anzutreffen. Das Design von Kwiggel ist daher auf Jugendliche und junge Erwachsene ausgelegt.

Das Team

Robin Daraban

Lead Game Designer

Alena Dauth

Cultural Domain Expert

Katharina Jäger

Lead Artist

Sina Sturm

Cultural Domain Expert

Michael Kurila

Lead Programmer